Wie erkennt man Mundfäule?

Mundschleimhautentzündung durch Herpes Virus oder Mundfäule
Stomatitis befällt die Mundschleimhaut vor allem bei Babies bis zu 5 Jahren. Die Mundfäule Behandlung ist enorm wichtig, um den Betroffenen den Schmerz zu nehmen.

Ihr Kind leidet an Fieber und hat kleine Bläschen im Mund- und Rachenraum?

Auch Erwachsene leiden unter Stomatitits Aphtosa aber es sind meist Kleinkinder bis 5 Jahre, die von dieser schmerzhaften Herpesform heimgesucht werden.

Das Expertenteam von Dentaly.org hat kräftig recherchiert, um Ihnen umfassende Informationen zu diesem Thema zu liefern.

SymptomeMundfäule
Stark säuerlicher Mundgeruch!
Geschwollene Lymphknoten
Schmerzhafter Bläschenausschlag an Gaumen und im sowie evtl. am Mund
Intensiver Speichelfluss
Mehrtägiges hohes Fieber
Verweigerung von Essen und Trinken
Gerötete Mundschleimhaut
Geschwollenes Zahnfleisch
Schmerzen beim Essen und Trinken
eventuelle Übelkeit und Brechreiz

Was genau ist Stomatitis?

Der deutsche Name der Erkrankung geht auf den sehr strengen Geruch zurück, den die sich bildenden Blasen in der Mundschleimhaut und am Zahnfleisch produzieren.

Die Mundfäule hat verschiedene Bezeichnungen:

  • Aphthöse Stomatitis
  • Auf Latein Stomatitis aphthosa
  • Genauer auf Latein: Stomatitis herpetica
  • Noch genauer Gingivostomatitis herpetica 

Verursacht wird sie durch den Erstkontakt des Herpes-Virus „Herpes simplex Typ 1 (HSV-1) und ist eine Erkrankung der Mundschleimhaut sowie des Zahnfleisches bei der sich Pusteln bzw. kleine Bläschen bilden, die sehr schmerzhaft sein können. Das Zahnfleisch juckt in einigen Fällen und eine Entzündung am Gaumen ist zu beobachten. Die Mundschleimhaut löst sich teilweise ab, was die Nahrungsaufnahme erschwert.

Dieses schmerzhafte Leiden tritt meist bei Kindern zwischen 10 Monaten und 5 Jahren als Erstinfektion des Virus auf, vereinzelt jedoch auch im Erwachsenenalter oder bei Kindern, die älter als 5 Jahre sind. Die aphtöse Stomatitis ist als nicht durch Plaque induzierte gingivale Erkrankung klassifiziert. Das Krankheitsbild ist dem einer Aphthe ähnlich.

Krankheitsbild

Symptome dieser Herpesinfektion

Die Mund- und Gaumenentzündung beginnt in der Regel mit hohem mit bis zu fünf Tagen andauerndem Fieber. Das Virus ist hochansteckbar. Nach zwei bis drei Tagen beginnt das Zahnfleisch anzuschwellen, zunächst bestehen jedoch noch keine Schmerzen. Später greift die Entzündung meist auch auf die Innenseiten der Mundhöhle über. Hauptsächlich betroffen sind:

  • Gaumen
  • Zahnfleisch
  • Zunge
  • Unter Umständen auch die Lippen
Mundschleimhautentzündung namens Stomatitis Aphtosa
Gaumen entzündet? Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern ist diese Art von Mundschleimhautentzündung ausgeprägt.

Hinzu kommt, dass sich die Papillen der Zunge, die auf lateinisch Papillae linguales genannt werden, entzünden. Diese erscheinen dann als kleine, weiße Punkte, was mit stark brennendem Schmerz verbunden ist. In diesem Zustand ist die Nahrungsaufnahme nur erschwert möglich und es kann sein, dass man mit dem Kind den Notdienst aufsuchen muss.

Einerseits weil das Kind nicht genug Flüssigkeit aufnehmen kann und andererseits aufgrund der Schmerzen. Das geschwollene Zahnfleisch hat in diesem Stadium eine blutrote Farbe und neigt zu leichten Blutungen. Die Halslymphknoten sind angeschwollen, der Speichelfluss tritt vermehrt auf. Sehr typisch ist ein starker, säuerlicher Mundgeruch. Es geht ein permanenter Schmerz von den zahlreichen Bläschen im entzündeten Gaumen, Zahnfleisch und Zunge aus, wodurch die Betroffenen gereizt sein können.

Nach ungefähr einer Woche trocknen die Bläschen ein. Die wunden Stellen heilen jedoch ohne Narbenbildung ab. Ab diesem Moment ist das Virus nicht mehr übertragbar.

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Welche Nahrungsmittel sollte man nicht essen?

Besonders warmes, trockenes und hartes Essen kann weh tun. Der Kontakt mit scheuernden, harten Materialien wie zum Beispiel Pizza, trockene Backwaren, aber auch hartes Obst und Gemüse wie Apfel und Karotte sind nicht zu empfehlen.

Salz und starke Gewürze brennen in den offenen Wunden. Heißes und saures Essen sollte ebenfall vermieden werden. Dadurch wird die Aufnahme von Nahrung erheblich erschwert, was zur Verweigerung von Nahrung und auch Trinken führen kann. Durch den Schmerz ist das Sprechen erschwert, weil beim Sprechen betroffene Stellen mit der Zunge angeschlagen werden müssen.

Welche Nahrung wird empfohlen?

  1. Ausreichend Flüssigkeit trinken
  2. Kühlende weiche und ungewürzte Nahrung ist angebracht: Quark, Pudding, Yoghurt, Eis und Brei. Gemüse sollte gekocht werden und dann jedoch kalt gegessen werden.
  3. Abgekühlte Suppen und Tees um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen
  4. Trinkjoghurts
  5. Isotonische Getränke
  6. Geraspelter Apfel
  7. Birne, die zuvor gekühlt wurde. Die Beschaffenheit sollte weich sein.

Therapie

MaßnahmeProdukt
Mundspülung aus ätherischen Ölen Inspirol (Eukalyptus, Bergkiefer) zur Behandlung von Aphten
Entzündungshemmendes Mundspray aus ätherischen Ölen Repha-OS Mundspray (Myrrhe, roter Natania, Blutwurz)
Schmerzstillende Mittel Xylocain Gel 2%
Desinfizierende Mundspülung Chlorhexidine
Virustatische Therapie Aciclovir (3mal/Tag 5 mg) zur Herpesbekämpfung oder Zovirax Suspension (geeignet für Säuglinge)
Antibiotika Bei starker Mundschleimhautentzündung. Hier gibt es Diverse...
Schmerzstillendes und Juckreiz hemmendes Mittel Dynexan Mundgel (Lidocain)
Entzündungshemmendes Mundgel aus Kamille Kamistad Gel

*Mit einem erkrankten Neugeborenen aber auch mit einem Kleinkind sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Auch Ärzte bzw. Zahnärzte müssen sich mit Mundschutz, Handschuhen und Schutzbrille vor einer möglichen Übertragung der Krankheitserreger schützen.

*Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Kind bei Stomatitis aphthosa ausreichend trinkt. Manchmal kann es hilfreich sein, einen Strohhalm zu benutzen, damit das Trinken leichter fällt.

*Bei Kleinkindern: Der Schnuller sollte in den Kühlschrank gelegt werden!

Um die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme während der Erkrankung erleichtern zu können, sollten schmerzhemmende Mundgele und -lösungen eingesetzt werden. Bei schweren Verläufen sollte eine virustatische Therapie mit Aciclovir (3mal pro Tag) erfolgen.

Je nach Krankheitsschwere kann bei der Mundentzündung nach Rücksprache mit dem Arzt Folgendes hilfreich sein:

  • Betupfen der Aphthen mit desinfizierender Lösung
  • Desinfizierende Mundspülungen mit Wirkstoffen wie zum Beispiel Chlorhexidin
  • Schmerzlindernde Mittel, die zum Beispiel den Wirkstoff Lidocain, der lokal auf die Stellen aufgetragen wird, verwenden
  • Beruhigende Mittel (hier empfehlen wir Kamille) und weiche, kühle, ungewürzte Nahrung

Intravenöse Verabreichung

In schweren Fällen von Stomatitis aphthosa kann es notwendig sein, dass der Arzt den Wirkstoff Aciclovir über eine Vene verabreicht. Aciclovir ist ein sogenanntes Virostatikum und richtet sich gegen Herpesviren.

Naturprodukte 

Zusätzlich zu den empfohlenen Mitteln ist es ratsam die folgenden beiden Heilpflanzen oder einer der folgenden, bekannten Produkte zu verabreichen:

Produkte aus Kamille wirken beruhigend
Die Kamille heilt Entzündungen auf schonende Weise ab

Kamille

Die wohl am weitesten verbreitete Heilpflanze zur Linderung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum ist die Kamille. Sie enthält eine ätherischer Öle und Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), die sowohl entzündungshemmend als auch antibakteriell wirken. Abgekühlter Kamillentee wirkt mildernd und beruhigend auf diese Mundschleimhautentzündung. Alternativ kann auch das aus Kamillenblüten gewonnen Kamillenöl verwendet werden.

Unser Tipp:

Kamillentee, der zuvor in Eiswürfelförmchen gefüllt und für ein paar Stunden eingefroren wurde, ist sehr geeignet zum Lutschen und zur Beruhigung des Mund- Rachenraumes.

Salbei

Salbei hat ähnliche Eigenschaften wie Kamille und ist sehr populär in der Naturheilkunde. Er enthält Flavonoide und ätherische Öle. Seine Wirkung ist stark entzündungshemmend und antibakteriell. Salbei ist für eine Kurzzeittherapie gedacht und sollte nicht in der Stillzeit verwendet werden durch seinen hohen Anteil an Thujonen. Thujone sind Nervengifte, die in hoher Dosierung Verwirrtheit und epileptische Krämpfe verursachen können. Die Anwendung sollte sich daher auf die Zeit der akuten Erkrankung beschränken. Für eine kurze Dauer stellt Salbei allerdings eine wirkungsvolle Alternative dar.

Salbeiextrakt

Neben Tee sind auch konzentrierte Salbeiextrakte, wie z.B. Salbei curarina erhältlich, die vor der Anwendung verdünnt werden müssen und je nach Dosierung einen noch stärkeren entzündungshemmenden Effekt aufweisen können.

Wie lange hält Mundfäule an?

Die Dauer der Mundfäule ist begrenzt. Bei Kindern und Erwachsenen, die ein intaktes Immunsystem haben, heilt die Stomatitis aphtosa innerhalb einer Woche ohne Folgen aus.

Mundfäule beim Baby und beim Erwachsenen ist mit einem schwachen Immunsystem schlecht.
Es können bei einem schwachen Immunsystem Komplikationen auftreten. Die Mundfäule ist bei Kindern und Erwachsenen eine schmerzhafte Angelegenheit.

Komplikationen

Komplikationen sind eher selten, doch es gibt Ausnahmen. Bei Neugeborenen jedoch, die sich in den ersten beiden Wochen nach der Geburt anstecken, kann die Erstinfektion mit dem Herpesvirus jedoch einen komplizierteren Verlauf nehmen.

  • Gefährlich kann es werden, wenn Herpesviren in die Augen verschleppt werden. Dort kann es zu schweren Infektionen kommen, die unbehandelt bis zur Erblindung führen können.
  • Das Gleiche gilt für die Übertragung auf die Schleimhäute der Geschlechtsteile (bei Kindern und bei Erwachsenen). Es gilt immer die Hände zu waschen.
  • Im schlimmsten Fall gelangen Herpesviren ins Gehirn und lösen eine Gehirnentzündung (Herpes-Encephalitis) aus.
  • Insbesondere bei Kindern, die vor Schmerzen nicht einmal mehr trinken wollen, besteht die Gefahr der Austrocknung: Ist der Mund und sind die Lippen sehr trocken und das Kind erscheint kraftlos, dann sind das die Anzeichen. In solch einem Fall erhält das erkrankte Kind im Krankenhaus Kochsalzlösung in Form einer Infusionen, die ihm die fehlende Flüssigkeit schnell wieder zuführen wird.
  • Wenn das Immunsystem geschwächt ist, weil der Betroffene zum Beispiel gewisse Medikamente einnimmt, an Leukämie oder AIDS leidet, kann eine Stomatitis aphthosa zu Komplikationen führen.
  • Bakterien können die entzündete Schleimhaut zusätzlich angreifen. Man spricht dann von einer bakteriellen Superinfektion und der Arzt wird ein Breitbandantibiotikum verschreiben, das viele verschiedene Bakterien abtötet. Ein Antibiotikum kann bei einem schwachen Immunsystem zur Vorbeugung zum Einsatz kommen.

Ursachen für die Herpes-Übertragung

Erreger der Mundfäule ist in der Regel das Herpes Simplex Virus Typ 1 und sehr selten wird Herpes Simplex Virus Typ 2, dem Genitalherpes-Erreger, verursacht. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 1 und 26 Tage und ist die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen.

Infizierung bei Geburt

Bei Neugeborenen, die bei der Geburt infiziert werden, kann eine Mundentzündung einen schweren Verlauf nehmen (siehe Komplikationen).

Genaue Verhaltensrichtlinien bei Stomatitis Aphthosa
Mundfäule ist ansteckend. Stomatitis Aphthosa ist sehr schmerzhaft für die Kleinkinder, daher müssen die Erwachsenen vorsichtig sein, damit sie ihre Kinder nicht anstecken.

Infizierung durch direkten Kontakt

  • Das Ablecken eines Schnullers
  • Das Fleckenentfernen im Gesicht erfolgt mit der Spucke der Eltern
  • Zur Säuberung des Gesichts des Kindes wird ein zuvor benutzes Tuch verwendet
  • Die Brust geben ohne die Brustwarzen zuvor gereinigt zu haben
  • Die gemeinsame Nutzung von Besteck, Gläsern und Flaschen
  • Lieb gemeinte Küsschen

Leidet Ihr Kind unter akuten Zahnschmerzen oder hat es eine Eiterbeule im Mund? Bei Dentaly.org erfahren Sie alles zum Thema Zahngesundheit.

Vorbeugung

Der Mundfäule beim Baby kann vorgebeugt werden. Aber wie? Ein sehr hoher Prozentsatz der Erwachsenen ist mit Herpes Simplex Virus Typ 1 infiziert, was es erheblich erschwert, dass sich die Kleinkinder nicht anstecken. Dennoch helfen die folgenden Verhaltensweisen, eine Ansteckung zu verhindern.

  • Den Schnuller der Kinder niemals mit dem eigenen Speichel säubern
  • Die Temperaturüberprüfung der Milchflaschen und des Babybreis sollte nicht mit den eigenen Lippen erfolgen
  • Die Brustwarzen vor dem Still des Säuglings reinigen
  • Das Entfernen von Schmutzflecken im Gesicht der Babys sollte nicht mit eigener Spucke erfolgen
  • Das an Mundfäule erkrankte Kind sollte zuhause bleiben und von Gemeinschaftseinrichtungen ferngehalten werden
  • Nicht gemeinsam aus einer Flasche oder einem Glas trinken

Mundfäule in der Schwangerschaft

Die Mundfäuleerkrankung in der Schwangerschaft ist für das ungeborene Kind unbedenklich.

Eine Krankheit mit ähnlichen Symptomen

Herpangina

Auch Zahorsky-Krankheit genannt, betrifft dieses Leiden in erster Linie Kinder.  Herpangina bei Erwachsenen tritt in Einzelfällen jedoch auch auf. Folgende Symptome weist diese Krankheit auf:

  • Fieber und Bläschen im Mund
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Schluckbeschwerden, aber kein Mundgeruch!

Besonders im Sommer und Herbst werden Kinder und Babies von dieser meist harmlosen Virus-Infektion befallen. Die Krankheit wird durch ihren Namen ganz gut beschrieben:

Schmerzhafte Erkrankung- die Mundfäule.
Erwachsene sind oft zu unvorsichtig mit ihrer Herpesinfektion und stecken so ihr Umfeld an. Mundfäule beim Kleinkind ist sehr schmerzhaft.

Die Krankheit ist eine Mischung aus Herpes und Angina: 2–3 mm große Bläschen, die aussehen wie Lippenherpes, sich aber im hinteren Rachenraum und Gaumen befinden. Es treten Schmerzen und Schluckstörungen wie bei einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris) auf. 
Der Arzt wird den Unterschied auf jeden Fall erkennen. Wir wollten Sie jedoch darauf hinweisen, dass es eine ähnliche Krankheit wie die Stomatitis Aphtosa gibt, bei der das Kind jedoch kein Mundgeruch hat.

Fazit

An Herpes erkrankte Erwachsene sollten wirklich besonders vorsichtig sein, um eine Infizierung anderer zu verhindern. Bei einer Herpesinfektion sollte jeder direkte Austausch mit anderen vermieden werden.

 

 

Wie erkennt man Mundfäule?
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Quellen