Zahnbehandlung: Was neben Karies behandeln noch zur Zahnmedizin gehört

PZR ist wichtig für die Zahngesundheit.
Die professionelle Zahnreinigung ist zum Beispiel eine sehr wichtige Präventivmassnahme in der ganzheitlichen Zahnmedizin.

Kennen Sie sich in der Zahnmedizin aus und wissen, welche Zahnbehandlungen es gibt?

In erster Linie hat die ganzheitliche Zahnmedizin mit allen Beschwerden zu tun, welche die Zähne betreffen. Und hier gibt es effektive Behandlungen, um diese Beschwerden zu lindern.

Jeder, der schonmal Zahnschmerzen hatte, weiss wie plagend das sein kann. Die Zahnheilkunde hat in den letzten Jahren immense Fortschritte gemacht, denn die Behandlungen sind glücklicherweise schmerzfreier geworden und leichter e geworden, sodass der Gang zum Zahnarzt heutzutage nicht mehr so quälend ist, wie er vielleicht noch vor 40 Jahren war.

Im Folgenden möchten Ihnen die Experten von Dentaly.org die wichtigsten Themen im Bereich der Zahnmedizin vorstellen und kurz diese Frage beantworten:

Was ist Zahnheilkunde?

Allgemeine Zahnmedizin oder Zahnheilkunde wird im Lateinischen als Stomatologie bezeichnet. Hier werden Entzündungen, Beschwerden und allgemeine Erkrankungen im medizinischen Fachgebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bearbeitet. In diesem Bereich kann es Überschneidungen zwischen den Fachgebieten Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde geben.

Mit der Approbation und dem Abschluss des Zahnmedizinstudiums zeichnen sich Zahnärzte für die Ausübung des Fachgebietes Zahnheilkunde aus. Um jedoch die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie ausüben zu können, muss man Human- und Zahnmedizin approbiert sein.

Zahnfokus

Die professionelle Zahnreinigung

Ein Bereich der ganzheitlichen Zahnmedizin ist die professionelle Zahnreinigung, die eine große präventive Maßnahme zur Verhinderung von Zahnkrankheiten darstellt. Im Bereich der ästhetischen Zahnheilkunde wird die professionelle Zahnreinigung zur Vorbereitung auf professionelle Bleachings eingesetzt.

Auch wenn Sie die Mundhygiene ausgiebig betreiben, so gibt es meist immernoch Stellen, an die Sie schwer rankommen. Nicht alle Zahnzwischenräume und Winkel im menschlichen Gebiss können mit der Zahnbürste und anderen Hilfsmitteln erreicht werden. Hartnäckige Beläge, Verfärbungen und Zahnstein lassen sich mit eigenständiger Zahnpflege zuhause nicht vollständig entfernen. Zahnstein läßt sich so gut wie gar nicht ohne den Zahnarzt entfernen und es wird auch nicht angeraten, dass dies versucht wird. Daher ist es in der Regel alle sechs Monate nötig, sich die Zähne tiefenreinigen zu lassen. Die professionelle Zahnreinigung wird in der Praxis für Zahnheilkunde entweder vom Zahnarzt oder vom Prophylaxepersonal vorgenommen.

In der Regel dauert die PZR um die 45 – 60 Minuten.

Die Aufgabe der PZR

Noch bevor die Professionelle Zahnreinigung (PZR) angeboten wurde, mußte man aufgrund von Karies und Paradontitis mit Zahnverlust rechnen. Heutzutage stellt eine regelmäßige PZR zusammen mit einer ordentlichen Mundhygiene den optimalen Schutz vor Karies und Parodontose dar. Dadurch muss auch die Wurzelbehandlung oder die Wurzelspitzensekretion nicht mehr so oft durchgeführt werden.

Die PZR entfernt Zahnstein
Zahnstein kann durch eine professionelle Zahnreinigung sehr effektiv entfernt werden.

Einzelne Schritte der PZR

Bedarfsermittlung

Die Zähne des Patienten werden anhand der Sonde und des Spiegels genau auf Karies und entzündetes Zahnfleischs untersucht. Dann wird entschieden, ob die PZR durchgeführt werden kann (insofern keine schlimmen Entzündungen vorliegen) und welche Zähne miteinbezogen werden. Es werden nicht immer alle Bereiche miteinbezogen. Zähne, die keine Unreinheiten aufweisen, werden in der Regel ausgelassen oder nur leicht gereinigt, um diese zu schonen.

Anleitung zur richtigen Zahnpflege

Der Zahnarzt erkennt ziemlich schnell, wie der Patient seine Zähne reinigt. Ob er zu fest putzt und dadurch freiliegende Zahnhälse hat, ob er Zahnseide benutzt und wie oft er die Zähne putzt. Er wird nach der Analyse versuchen dem Patienten zu erklären, was er noch verbessern kann. Der Zahnarzt gibt in der Regel Auskunft über:

  • Das Putzverhalten mit der Handzahnbürste oder der elektrischen Zahnbürste
  • Die verschiedenen Bürstenstärken
  • Wie man Zahnseide anwendet und welche Typen es gibt
  • An welchen Stellen man intensiver oder mit weniger Druck putzen sollte
  • Sie man die Zunge reinigt
  • Wann man die Zähne putzen sollte, wie zum Beispiel 20 Minuten nach dem Essen und nicht direkt danach

Reinigung 

Ultraschall Zahnreinigung: Die Entfernung des Zahnsteins oder festen Zahnbelags erfolgt mittels eines Ultraschallgerätes. Die mechanische Entfernung wird mit Handinstrumenten wie Küretten und Scalern durchgeführt. Die Küretten werden, wenn nötig, auch unter dem Zahnfleischrand eingesetzt. Besonders bei Zahnfleischtaschen muss diese nicht immer schmerzfreie Maßnahme angewandt werden.

Airflow Reinigung: Plaque also weicher Zahnbelag wird mit Bürsten und Pulverwasserstrahlgeräten, wie zum Beispiel dem Airflow, sehr effektiv entfernt. Hierzu wird ein Gemisch aus Druckluft, feinen Pulverpartikeln und Wasser auf die Zähne gesprüht. Dies bewirkt eine besonders effiziente Reinigung. Die grobe Reinigung der Zähne ist nach der Anwendung des Airflows abgeschlossen.

Zahnpolitur und Flouridisierung

Die Politur der Zähne stellt den Feinschliff in jeder Zahnreinigung dar. Eingesetzt wird eine leicht abrasive Polierpaste, die milde Schleifpartikel sowie Fluorid enthält. Somit wird nicht nur der Zahn poliert, sondern es wird auch der Zahnschmelz gehärtet und revitalisiert. Flourid schützt bekanntermaßen vor Karies. Mit einer speziell rotierenden Bürste wird die Polierpaste auf die Zahnoberflächen aufgetragen. Die glattpolierten Oberflächen erschweren das erneute Anlagern von Zahnbelag.

Wie lange hält der Effekt an?

Den Effekt der professionellen Zahnreinigung verlängern mithilfe von Zahnseide.
Es ist enorm wichtig, die Zahnzwischenräume zu pflegen, damit kein Zahnstein bildet.

Der Effekt hält um die 6-12 Monate an, hängt jedoch von der individuellen Zahnhygiene ab. Wenn der Patient fleissig Zahnseide, eine Munddusche oder Interdentalbürsten zur Zahnzwischenraumreinigung verwendet, dann kann dieser Effekt sehr anhalten. Wenn er sich jedoch nur die Zähne einmal am Tag oder überhaupt nicht putzt, dann verkürzt sich natürlich der Effekt.

Wie kann ich den Effekt der PZR verlängern?

Die Zähne sollten 20 Minuten nach dem Essen geputzt werden und zwar am Besten nach jeder Mahlzeit, jedoch nicht mehr als dreimal pro Tag. Ein- bis zweimal am Tag sollten die Zahnzwischenräume gesäubert werden. Wenn Sie Coca Cola, Kaffee, Rotwein, Tee konsumieren, dann sollten Sie auch die Zähne putzen, da diese Stoffe die Zähne angreifen.

Bis zu 30 Minuten nach dem Zähneputzen sollte ebenfalls kein Konsum säurehaltiger Produkte erfolgen. So wird garantiert, dass der Zahnschmelz durch die Säure nicht angegriffen wird. Die Wahl einer guten Zahnpasta und einer hochwertigen Zahnbürste ist zu empfehlen.

Die PZR zählt zur konservierenden Zahnheilkunde, weil sie zur Zahnerhaltung beiträgt.

Lesen Sie hier alles zum Thema Zahntourismus. Gerade im Bereich der Zahnimplantate, Kronen und Ästhetik können Sie im europäischen Ausland viele Einsparungen machen.

Wurzelbehandlung

Eine Wurzelkanalbehandlung ist immer dann notwendig, wenn die Zahnwurzel und das Zahnmark mit Bakterien infiziert wurden. Es hat sich die Zahnwurzel entzündet, was auf latein Pulpititis genannt wird. Eine fortschrittene Karies kann die Ursache für Pulpitis sein. Karies wird auch Mundfäule genannt und frisst sich erst durch den Zahnschmelz und dringt dann immer tiefer in den Zahn ein. Im Zahnmark befinden sich Zahnnerven und Blutgefäße, die das Innere des Zahnes versorgen. Wird die Karies nicht gestoppt, so erreicht sie irgendwann diese Zahnwurzeln.

Ziel der Wurzelbehandlung ist die Entfernung des erkrankten Zahnmarks. Das infizierte Gewebe muss aus dem Zahn entfernt werden, um ihn zu erhalten. Das Innere wird nach der Entfernung gereinigt und aufgefüllt. Somit ist der Wurzelkanal abgeriegelt und es können keine Bakterien von aussen in den Zahn eindringen.

Die Wurzelkanalbehandlung rettet den Zahn.
Die Wurzelbehandlung ist die letzte Maßnahme zur Zahnrettung, daher ist sie sehr sinnvoll, wenn auch manchmal schmerzhaft.

Leider hat eine Entzündung der Zahnwurzel immer etwas mit Schmerzen zu tun. Aber zum Glück gibt es ja beim Zahnarzt während der Wurzelkanalbehandlung lokale Anästhetika und mittlerweile berichten immer weniger Patienten von Zahnschmerzen während des Eingriffes. Die Wurzelbehandlung kann als die letzte Maßnahme zur Zahnerhaltung betrachtet werden. Sollte der Zahn mit der Wurzelkanalbehandlung nicht gerettet werden können, so muss der Zahn oft extrahiert werden.

Zahnextraktion

Diese Zahnbehandlung ist wohl eine der Gefürchtetsten und niemand möchte sie wirklich erleiden. Manchmal ist es jedoch leider nötig, dass ein Zahn extrahiert wird.

Ursachen für eine Zahnextraktion:

  • Kranker Zahn, entzündete Zahnwurzel durch Karies oder Parodontitis
  • Nach einem Trauma hängt der Zahn nur noch an ein paar Fäden und muss gezogen werden
  • Weisheitszahn der stört oder sich entzündet hat
  • Platz schaffen: Einfach zu wenig Platz im Gebiss und der Zahnarzt hat entschieden, dass mehr Platz benötigt wird.
  • Vorbereitung auf Zahnersatz
  • Lockerer Zahn durch Kieferknochenschwund
  • Zyste am Zahn

Ablauf der Behandlung

Eine Zahnextraktion wird in einer Zahnklinik oder beim Zahnarzt durchgeführt. Der Routineeingriff verläuft in der Regel ohne Schmerzen, denn es werden Spritzen gegeben. Auch ein intravenöses Beruhigungsmittel kann unter Umständen verabreicht werden

. Die Zahnwurzel sitzt in einem tiefen Loch des Zahnfleisches, der Alveole. Bänder halten die Zahnwurzel fest an ihrem Platz und geben die gewohnte Bisskraft. In der Regel verwenden Zahnärzte sterile Instrumente aus Stahl wie Zangen, ein Extraktionsgerät zum Aushebeln und Lösen. Der Zahn wird damit gelöst und mit einer Zahnzange herausgezogen. Der Eingriff dauert nicht länger als ein paar Minuten.

Die chirurgische Extraktion

Ein Grund, ein chirurgisches Verfahren anstelle einer einfachen Extraktion zu benötigen, ist, wenn sich die Zahnoberfläche unter der Zahnfleischlinie befindet, wenn die Zahnwurzeln verkeilt sind im Kieferknochen, wenn mehrere Weisheitszähne gezogen werden oder wenn der Patient einfach so viel Angst hat und der Eingriff zu gross wäre (nach einem Unfall). Chirurgische Extraktionen eines Zahnes können in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, komplexere Fälle erfordern jedoch eine Vollnarkose. In diesem Fall wird der Eingriff von einem Zahnarzt in einem Krankenhaus durchgeführt. Die Vollnarkose oder die Dämmerschlafnarkose wird bei mehreren Zähnen gleichzeitig durchgeführt.

Wenn die Zähne gerissen oder gebrochen sind, ist die Extraktion aufgrund der Bruchgefahr normalerweise komplizierter.

Schließen von Zahnlücken

Lächeln mit Zahnlücke
Mut zur Lücke haben die Wenigsten. Es gibt verschiedene Methoden um die Zahnlücke zu schließen.

Ein fehlender Zahn ist immer ein Dorn im Auge, vor allem im Frontzahnbereich. Es gibt natürlich zwei Arten von Zahnlücken und zwar reden wir hauptsächlich von einer erworbenen Zahnlücke, die durch einen Unfall oder Zahnausfall aufgrund einer Krankheit entstanden ist.

Eine Zahnlücke kann zu folgenden Problemen führen:

  • Veränderte Bisslage
  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Rückbildung des Kieferknochens aufgrund der Nichtbelastung
  • Direkte Nachbarzähne können in die entstandene Lücke kippen

Die Methode zum Schließen von entstandenen Zahnlücken: Das Anbringen eines Zahnersatzes wie einer Zahnbrücke, Prothese und Implantate.

Die Mehode zum Schließen von einer bestehenden Zahnlücke (Diasthema): Das Tragen einer Zahnspange, Korrektur des Lippenbändchens und Veneers.

Zahnschmerzen

Es gibt diverse Ursachen für Zahnschmerzen und es stellt sich die Frage, ob diese ein Notfall sind und man tatsächlich zur Praxis für Zahnheilkunde gehen sollte. Das Thema Zahnschmerzen stellt einen großen Bereich in der Zahnmedizin dar. Es gibt viele Arten von Zahnschmerz:

*Postoperatorischer Schmerz

Kein Notfall: Wenn zuvor ein Eingriff vorgenommen wurde, wie zum Beispiel eine Füllung, eine Zahnimplantation, eine Wurzelbehandlung oder ein Weisheitszahn gezogen wurde, dann kann man kurz danach mit leichten Zahnschmerzen rechnen. Diese Art Schmerzen kann man mittels Schmerztabletten, wie Ibuprofen oder Parazetamol und viel Kühlung in den Griff bekommen.

Notfall: Verschwinden die Schmerzen nach dem Eingriff gar nicht oder sind nach 48 Stunden nochimmer gegenwärtig und eventuell ist ein Pochen in der Zahnregion zu verzeichnen, dann sollte der Zahnarzt aufgesucht werden.

*Gelegentlicher Schmerz

Kein Notfall: Gelegentliche Zahnschmerzen sind nicht unbedingt ein Anzeichen für etwas Schlimmes. Manchmal liegt eine starke Beanspruchung des Zahnes vor oder es ist auch einfach nur das Immunsystem geschwächt und der Körper versucht mit Schmerzen im Zahn auf seine allgemeine Schieflage aufmerksam zu machen. Gelegentliche Kiefergelenkschmerzen können zum Beispiel auf Bruxismus also Zähneknirschen hinweisen. Wichtig ist hier in der Zeit des Notfalls der Grad des Schmerzes. Ist der Schmerz nicht auszuhalten, so sollten Sie auf jeden Fall den Notdienst aufsuchen.

Abgebrochener Zahn kann ein Notfall sein.
Der abgebrochene Zahn könnte ein Notfall sein, es kommt darauf an, wie stark der Zahn dabei verletzt wurde.

*Pochender Schmerz

Notfall: Pochender Schmerz deutet leider auf eine Entzündung hin. Hier ist die Ursache zu ergründen. Wurzelentzündung, eventuell ein Grippevirus oder eine Erkältung im Körper sowie ein kariesbefallener Zahn können zu diesem Schmerz führen.

*Abgebrochener Zahn

Kein Notfall: Wenn beispielsweise eine Eckchen des Zahns abbricht, da man auf einen kleinen Kern oder etwas anderes Hartes im Essen gebissen hat, dann ist das zunächst einmal nichts Schlimmes und muss nicht vom Zahnarzt Notdienst behandelt werden. Solange keine Zahnschmerzen bestehen, ist das kein Problem und man kann zu einem normalen Zahnarzttermin gehen. Er wird die Ecke dann ersetzen.

Notfall: Anders sieht es natürlich aus, wenn das abgebrochene Stück Zahn so groß ist, dass das Zahnmark, also der Nerv, freigelegt wurde. Die könnte zum Beispiel bei einem Unfall passiert sein. Hier wird der Betroffene deutlich mehr Schmerzen haben. Um das Absterben des Zahnes oder eine eventuelle Wurzelentzündung zu verhindern, sollten der Betroffene umgehend zum Notdienst gehen.

Lesen Sie hier mehr über weitere Ursachen für Zahnschmerzen und was man dagegen tun kann in unserem Artikel.

Zahnfleischentzündung

Ein weiterer großer Bereich in der ganzheitlichen Zahnmedizin stellt dieses Thema dar. Sehr viele Menschen sind von entzündetem Zahnfleisch betroffen. Eine Gingivitis oder Zahnfleischentzündung kann zu Beginn harmlos erscheinen und wird oft gar nicht bemerkt. Leider können die Folgen der Gingivitis weitreichend sein:

  • Zahnfleischbluten
  • Schmerzen am Zahnfleisch
  • Freiliegende Zahnhälse
  • Mundgeruch
  • Zahnfleischrückgang
Gingivitis bedarf einer guten Mundhygiene.
Gingivitis oder Zahnfleischentzündung kann zu Parodontose führen, daher sollte man auf gute Mundhygiene achten.

Wird die Entzündung in diesem Stadium nicht behandelt, so können folgende langwierigen Leiden entstehen:

  • Eiter im Zahnfleisch (Abszess)
  • Fistelbildung
  • Schwere Formen der Parodontitis mit Knochenentzündung und Zahnlockerung
  • Sepsis: Die vielen Bakterien im Mund können die Blutung im Zahnfleisch als Eintrittspforte in den Blutkreislauf benutzen. In diesem Zustand kann es dazu kommen, dass sich Bakterien in anderen Organen niederlassen und dort für Entzündungen sorgen. Es kann zu einer Blutvergiftung und zu Kreislaufversagen kommen.

Was tun bei der Zahnfleischentzündung?

  1. Die Erkrankung ist durch eine konsequente Mundhygiene vermeidbar. Ist sie jedoch erst einmal ausgebrochen, kann sie durch eine konsequente Therapie gut behandelt werden. Dadurch können schwerwiegende Folgen verhindert werden. Die Kombination aus Zähneputzen und Zahnzwischenraumreinigung mit Munddusche oder Zahnseide und zusätzlicher Verwendung von antibakteriellen Mundspüllösungen hat in Studien die besten Ergebnisse aufgezeigt. Außerdem sollte die PZR alle 6 Monate beim Zahnarzt durchgeführt werden.
  2. Ist das Zahnfleisch wund, wird der Zahnarzt eine entzündungshemmende Salbe oder Gel verschreiben. Dieses Mittel wird dann auf die entzündeten Stellen aufgetragen und innerhalb kurzer Zeit sollte sich die Enzündung gelegt haben.
  3. Es kann ein kleiner chirurgischer Eingriff zur Behandlung notwendig sein. Die Zahnfleischtaschen, die sich am Übergang von Zahn zu Zahnfleisch befinden, können so tief werden, dass auch eine optimale Mundhygiene nicht alle Bakterien aus diesen Vertiefungen beseitigen kann. Die Taschen können die Ursache für wiederkehrende Zahnfleischentzündungen darstellen. Bei dem Eingriff muss der Zahnarzt das Zahnfleisch an den betroffenen Stellen raffen, um die Bakterien zu entfernen. Sollte es bereits zur Bildung eines Abszesses gekommen sein, dann muss dieser ebenfalls chirurgisch behandelt werden. Da dieser zu einer schwerwiegenden Sepsis führen kann, muss die Abszesskapsel geöffnet und der Eiter komplett entfernt werden.
  4. Eine Zahnfleischentzündung kann mit Mundfäule oder mit einem Pilz im Mund zu tun haben. Dies wird jedoch der Zahnarzt direkt erkennen.

Zähneknirschen oder Bruxismus

Gemäß den Meldungen des Bundesgesundheitsministeriums leidet jeder zweite Deutsche mindestens einmal in seinem Leben an Bruxismus, was im Volksmund eher als nächtliches Zähneknirschen bekannt ist. Während der Betroffene schläft, spannt er die Kiefermuskulutar an und presst die Zähne aufeinander. Dann beginnt er die Zähne kräftig hin- und her zu bewegen. Da die Kiefermuskeln sehr starke Kräfte ausüben, entsteht starke Reibung und der Kiefer knackt und knirscht dabei. Die Folgen von CMD oder auch der Craniomandibulären Dysfunktion sind stark abgeschliffene Zahnkanten und Kieferschmerzen. Stark ausgeprägte Kiefermuskulutar und Kopfschmerzen sind ebenfalls Anzeichen dieser Störung.

Die Ursache für nächtliches Zähneknirschen

Stress ist die Hauptursache dieser zahnzerstörenden Dysfunktion. Insbesondere die Bewältigung von Alltagsproblemen und ein emotionales Ungleichgewicht des Patienten zählen zu den Hauptstressoren. Laut Experten sind dies pathologische Angst- und Unterdrückungsmechanismen. Man hat in einer Studie herausgefunden, dass jede zweite Person unter der Einwirkung von Stress mit den Zähnen knirscht und den Kiefer zusammenpresst. Zu einem dauerhaften Phänomen kommt es allerdings lediglich bei ungefähr 20 Prozent der Patienten mit den möglichen Folgen einer craniomandibulären Dysfunktion (CMS).

Eine weitere Ursache kann eine Atmungsstörungen, die in der Fachsprache Schlafapnö genannt werden, während des Schlafs auftreten und das Zähneknirschen auslösen.

Ein erhöhter Genussmittelgebrauch, wie zum Beispiel Alkohol, und die Einnahme von bestimmten Medikamenten können ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Die Therapie

  • Das Tragen der Knirscherschiene ist zwingend notwendig und sollte nicht verzögert oder unterlassen werden, denn die Folge können komplett zertörte Zahnreihen sein, da der Betroffene die Zähne durch die kräftige Reibung immer weiter abrasiert bis da nichts mehr ist.
  • Bruximus Entspannungsübungen sollten die Betroffenen in ihre tägliche Routine einbauen. Meditation, Atemübungen und alles, was den Betroffenen entspannt, sollte wichtig sein.
  • Physiotherapie bei Verspannungen: Regelmäßige, orthopädische Übungen helfen sehr gut, um Muskelverspannungen im Nacken- und Kieferbereich zu lösen. Auch die dort angebotene Rotlichttherapie und entsprechende Massagen sind eine gute Unterstützung zur körperlichen Heilung und Entspannung.
  • Ursache Ängste und Stress: Der Betroffene sollte die Ursachen des Stresses aufdecken und darüber nachdenken, wie er diese lösen kann. Es kann in Form einer Therapie oder in Form der Veränderung des Lebensstil geschehen.

Der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde kann mit Hilfe von einer Zähneknirschen-Schiene, auch Okklusionsschienen genannt, einerseits zum Schutz der Zähne und andererseits für eine entspannte Lage des Ober- und Unterkiefers sorgen. Abhängig vom Krankheitsbild und vom Auftreten der Symptome ist das Tragen der Schiene in der Regel nachts notwendig. Auf diese Weise bleiben die Zähne geschützt. Das Tragen wird begleitet zu anderen Therapien empfohlen.Aufbiss- und Entspannungsschienen

Akupunktur

Die Akupunkturbehandlung ist ein sehr effektives, ganzheitliches Verfahren, das sich besonders zur Behandlung von Schmerzen und funktionellen Störungen bewährt hat. Für das Zähneknirschen kommen folgende Therapieansätze in Frage:

  • Stress wird nach und nach durch gewisse Akupunkturpunkte, die direkt auf die Psyche einwirken, abgebaut
  • Überlastungsschmerzen und Bewegungseinschränkungen werden, durch auf die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur einwirkende Akupunkturpunkte, gemildert
  • Muskelentspannung wird durch speziell übergeordnete Akupunkturpunkte erzielt
  • Die Bisslage wird durch aus der Akupunktur abgeleitete Diagnostik-Methoden optimiert

Erfahren Sie hier mehr über das Thema Zahnspange. Auch über Veneers haben wir einen interessanten Artikel für Sie.

Homöopathie

Man hat bis dato in der Homöopathie gute Erfolge erzielt und konnte dem Zähneknirschen durch homöopathische Mittel, wie Belladonna, Tuberculinum oder Cina erfolgreich entgegenwirken. Diese Mittel wirken beruhigend. Gerade dann, wenn das Zähneknirschen erst ab einer bestimmten Lebenssituation aufgetreten ist, z. B. durch familiären oder beruflichen Stress, aber auch durch Verlust eines Angehörigen usw., ist die gezielte Einnahme von homöopathischen Mitteln hilfreich.

Psychotherapie

Da man in den meisten Fällen von psychischem Stress ausgeht, der das Zähneknirschen verursacht, sind ganzheitliche Entspannungsübungen durchaus sinnvoll. Sollten diese Maßnahmen jedoch nicht wirksam sein und sich der Zustand nicht verändern oder sollte ein schweres Schicksalsereignis den seelischen Zustand trüben, so sollte man sich Gedanken über eine Psychotherapie machen.

Psychologische Verfahren

Entspannungsverfahren, Stressbewältigungsmethode oder Übungen zur Wahrnehmung des eigenen Körpers sind für eine ursache

Kinderzahnheilkunde und Karies

Nuckelflaschenkaries ist gefährlich für die permanenten Zähne der Kinder.
Nuckelflaschenkaries ist bei den Kleinkindern in Deutschland weit verbreitet.

Das Thema Karies bei Kindern ist in Deutschland sehr brisant. Eigentlich stand die Zahngesundheit der Deutschen noch nie besser als heute: Bei den Zwölfjährigen sind die Kariesfälle um rund 90 Prozent in den letzten 20 Jahren zurückgegangen, was Deutschland im internationalen Vergleich eine Spitzenposition für die Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen verschafft. Leider betrifft diese Statistik jedoch nicht die Kleinkinder.

Hier die erschreckende Neuigkeit: Jedes zehnte Kind bis 3 Jahre leidet an der Nuckelflaschenkaries.

Was ist Karies?

Karies ist die häufigste Zahnerkrankung weltweit. Fast jeder Mensch leidet in seinem Leben mindestens einmal an Zahnkaries. Sowohl die Milchzähne als auch die bleibenden Zähne können von Karies betroffen sein. Die Krankheit wird deshalb als Zahnfäule bezeichnet, weil sich die säurebildenden Kariesbakterien durch den Zahn fressen und den Abbauprozess der harten Zahnsubstanz fördern. Es beginnt mit Verfärbungen und kreidigen Flächen auf den Zähnen. Wenn in diesem Moment keine Behandlung durch die Praxis für Zahnheilkunde sprich den Zahnarzt erfolgt, dann beginnt sich Karies immer tiefer in den Zahn zu fressen. Erst verschwindet der Zahnschmelz, dann das darunterliegende Zahnbein und am Ende werden der Zahnnerv oder die Zahnwurzeln geschädigt. Somit entstehen dann schwarze Löcher und der Zahn verliert an Vitalität. Am Ende fällt er aus.

Wie kann man Karies bei Kleinkindern vermeiden?

MaßnahmeKariesvorbeugung und -behandlung
Mundraum desinfizieren Mundspülung und Mundwasser, wenn die Kinder schon ein paar Zähnchen haben
Zähne putzen Im Kleinkindalter mit Wattestäbchen, ab 2-3 mit einer elektrischen Kinderzahnbürste
Regelmässige Kontrollen beim Zahnarzt Regelmässige Kontrollen ab dem ersten Zahn, Prophylaxebehandlung und Fissurenversiegelung
Remineralisierung Flourid in Form von Zahnpasta und Gel; beim Zahnarzt: Zufuhr von Fluorid, Kalzium und Phosphat
Neues Trinkverhalten Anstatt die Nuckelflasche zu verwenden, sollten die Kinder recht früh lernen, die Getränke aus dem Glas zu trinken

Kinderzahnheilkunde und Babys Zähne

In der Kinderzahnheilkunde sind die Zähne der Babys ein grosses Thema, denn hier wird der Grundstein für die Zahngesundheit des Individuums gelegt. Im Schnitt beginnt das Zahnen bei den Babys mit 4-6 Monaten.  Mit 2,5 – 3 Jahren sind alle Milchzähne herausgewachsen.  Der Zahnungsprozess beginnt mit den beiden unteren Schneidezähnen und dann kommen die beiden oberen Schneidezähne. Danach kommen die anderen beiden Vorderzähne oben und unten. Das Kind macht dann in der Regel eine kurze Pause bis zum Auftreten der Eckzähne. Danach kommt eine weitere Pause und die 4 Molaren oder Backenzähne kommen in einem Schub durch. Das Milchzahngebiss beim Baby umfasst 20 Zähne.  Im Vergleich hat das Erwachsenengebiss 32 permanente Zähne. Die Milchzähne haben unter anderem die Aufgabe das Zahnfach für die bleibenden Zähne vorzubereiten, daher ist es besonders wichtig auf die Zahngesundheit bei Babys zu achten.

Die Vorderzähne sind dann leider auch wieder die ersten, die ausfallen, wenn das Kind seine permanenten Zähne bekommt.

Wie kann man den Babys beim Zahnen helfen?

Für die Eltern ist es wichtig zu wissen, dass es einige Maßnahmen gibt, um das Zahnfleisch zu entlasten:

  • Mit einem Gummifingerling oder einer feuchten Kompresse das Zahnfleisch massieren
  • Gekühlte Beißringe sind für das Baby eine große Entlastung. Den Beißring jedoch nicht ins Kühlfach legen
  • Beruhigendes Zahnfleischgel mit Kamillenextrakt zur Beruhigung gibt es in der Apotheke und Drogerie zu kaufen
  • Nach Absprache mit dem Kinderarzt ist es möglich eine kleine Menge Paracetamol oder Ibuprofen zu verabreichen wenn die Schmerzen stark und das Fieber hoch sind.
  • Ein kalter Löffel erzielt kann ebenfalls helfen
  • Die Kuppen der Zehen am Fuß sind die Reflexzonen der Zahnleisten. Tatsächlich kann eine leichte Massage an diesen Stellen Linderung verschaffen.
  • Ätherische Öle wie Lavendel- und Kamillenöl können mit Wasser gemischt werden und von außen über das gereizte Bäckchen oder direkt innerhalb des Mundes in die Zahnleiste einmassiert werden.
  • Tinktur aus Kamillen- und Salbeitee wirken entzündungshemmend und lindern den Schmerz. Mit einem Wattestäbchen auf das Zahnfleisch auftragen kann helfen.
  • Kühlender Waschlappen auf die Wangen legen
  • Ein kühles Stück Obst zum Lutschen geben
  • Viel Ablenkung kann dem Baby helfen. Die Eltern sollten in diesem Moment mehr mit den Kindern spielen.

Fazit

Die ganzheitliche Zahnmedizin ist ein weitreichendes Thema, das man noch weiter ausweiten könnte. Die Zahnheilkunde besteht aus Bereichen wie professionelle Zahnreinigung, Baby Zähne, frühkindliche Karies, Zähne knirschen und hat viele weitere Themenbereiche.

 

Zahnbehandlung: Was neben Karies behandeln noch zur Zahnmedizin gehört
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